Wildtier des Jahres 2018 – die Wildkatze

"Ich habe im Wald eine kleine, einsame Katze gefunden. Sie wird aber einfach nicht zahm. Was kann ich tun?"

Solche Anfragen erreichen die Naturschutzverbände im­mer wieder. Hier liegt der Verdacht nahe: Vermutlich ist es keine verwilderte Hauskatze. Es könnte eine Wildkatze sein.

Aber gibt es im Saarland überhaupt Wildkatzen?
Ja, es gibt welche. Und sogar mehr als man noch vor wenigen Jahren dachte. Sie finden bei uns im Vergleich zu ande­ren Regionen Europas gute Lebensbedingungen. Das Saarland ist eines der (laub) waldreichsten Bundesländer, die Landschaft ist reich strukturiert. Es zählt zu den wichtigsten Wildkatzengebieten Europas.

Doch dort, wo Ackerflächen bis zum Horizont reichen oder die Landschaft zersiedelt ist, fühlt sich die Wildkatze nicht wohl. Sind die waldfreien Gebiete zu groß, kann sie den nächsten Wald nicht erreichen. Um den Genaustausch zwischen isolierten Populationen zu erleichtern, errichtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland bundesweit eine ganze Reihe von Korridoren zwischen Wäldern, in denen Wildkatzen leben.

Im Saarland hat die Wildkatze ein anderes Problem: Der Straßentod ist eine viel zu häufigste Todesursache. Spezielle Wildkatzenzäune und sichere Hilfen zur Straßenquerung würden auch im Saarland nicht nur der Wildkatze helfen. Aber noch gibt es hier keine einzige Grünbrücke.

Die Wildkatze wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung 2018 zum zweiten Mal nach 1993 zum Wildtier des Jahres gekürt.

Veranstaltungshinweis:

3. Mai, 18 Uhr, Waldinformationszentrum: "Wildkatzen: Auf Samtpfoten durch den Urwald", Exkursion und Vortrag von Martin Lillig, BUND Saar