Willkommen – im Saarkohlenwald, im Urwald und in der Scheune Neuhaus

In diesem Jahr beginnt eine neue Epoche für das Forsthaus Neuhaus und damit auch für das Scheunenprogramm. Nachdem seit einigen Jahren keine Speisen und Getränke mehr am Forsthaus angeboten werden, ist ein neuer gastronomischer Betrieb in Sicht. Möglich wird dies nicht zuletzt dadurch, dass eine Tochtergesellschaft der Naturlandstiftung Saar das Eigentum am Forstensemble Neuhaus erwerben wird.

Ganz sicher werden sich am Forsthaus Neuhaus neue Perspektiven eröffnen, wenn das Waldinformationszentrum des NABU um die Ausflugsgastronomie ergänzt sein wird.

Wir sind zuversichtlich, dass die bisherigen Projektträger gemeinsam mit den neuen Partnern an diesem außergewöhnlichen Ort erfolgreich zusammen arbeiten werden.

Im wie immer sehr abwechslungsreichen Programm finden sich in diesem Jahr einige Hinweise auf das dreißigjährige Jubiläum der naturnahen Waldwirtschaft im Saarland. 1988 wurde durch den damals für Forstangelegenheiten zuständigen Wirtschaftsminister Hajo Hoffmann die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder im Eigentum der öffentlichen Hand flächendeckend eingeführt.

Mittlerweile erscheint der Verzicht auf Kahlschlag und auf den Einsatz von Chemie im Wald als selbstverständlich. Damals in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts, kam dieser Ansatz einer forst­ und umweltpolitischen Revolution gleich.

Bis heute diskutieren wir engagiert über die Entwicklung unserer Wälder und die Leistungen der Forstwirtschaft für die Gesellschaft – mit unterschiedlichen Positionen und Schwerpunkten. Auf diese Weise hat sich die naturnahe nachhaltige Waldbewirtschaftung im Saarland über die Jahre positiv weiter entwickelt.

Das Forstensemble Neuhaus soll auch in Zukunft ein Ort sein, wo hinsichtlich der verschiedenen Aufgaben und Funktionen des Waldes und der Erwartungen an die Waldbewirtschaftung konstruktiv diskutiert werden soll.

Wir danken dem gesamten Scheunenteam für die Planung und Organisation des vorliegenden Programmes und dem „Netzwerk Urwald“ für viele frische Ideen.

 

 

 

Viel Vergnügen wünschen

  • Reinhold Jost, Minister für Umweltund Verbraucherschutz

  • Hans-­Albert Letter Leiter des SaarForst Landesbetriebs

  • Ulrich Heintz Landesvorsitzender des Naturschutzbund Saarland e. V.

 

 

Das Projekt "Urwald vor den Toren der Stadt"

In Mitteleuropa existieren kaum noch Gebiete, in die der Mensch nicht mehr ein­ greift und die er nicht zum Wirtschaften nutzt. Der „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist das einzige größere Wald­Wildnisgebiet am Rande einer deutschen Großstadt.

Auf über 1.000 ha inmitten des Saarkohlenwaldes und inmitten des am dichtesten besiedelten Teils des Saarlandes kann sich die Natur so entwickeln, wie sie das „von Natur aus“ ohne das Eingreifen der Menschen tun würde. Um die Nachhaltigkeit des Projektes sicherzustellen, wurde das Projektareal als Naturschutz­ und FFH­Gebiet ausgewiesen und zur Naturwaldzelle erklärt.

Der „Urwald vor den Toren der Stadt“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, des SaarForst Landesbetriebs und des NABU (Naturschutzbund) Saarland e. V., das in einem ersten Schritt bereits 1997 begon­  nen wurde. Im Jahr 2002 folgte ein Kooperationsvertrag, der die Zusammenarbeit, Organisation und Einrichtung des Projekts beschreibt. Zur Begleitung des Projekts ist eine „Urwaldkooperationsgruppe“ eingesetzt. Als eine wichtige Informations­ und Orientierungshilfe für die Besucher des Urwaldes gibt es die Urwald­Wanderkarte, die in diesem Jahr neu erscheint. Darin werden das Wanderwegenetz und die vielen besonderen Erlebnisorte des „Urwaldes vor den Toren der Stadt“ übersichtlich dar­ gestellt.