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Die Natur im Urwald
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Im Amtsblatt nachzulesen:Verordnung über das Naturschutzgebiet "Waldschutzgebiet Steinbachtal/Netzbachtal" |
Global betrachtet, sind Buchenwälder absolute Raritäten. Folglich trägt Mitteleuropa eine besondere weltweite Verantwortung für die Erhaltung der buchenspezifischen und insbesondere der auf Buchen-Altholzbestände angewiesenen Tier- und Pflanzenarten. Dieser Verpflichtung kommen die hochentwickelten Länder äußerst unzulänglich nach. Das Saarland will mit dem Nutzungsverzicht in einem großflächigen Waldgebiet auf teilweise sehr wüchsigen Buchenwald-Standorten dieser Herausforderung begegnen und damit auch ein Zeichen setzen.
Wie in allen Kernzonen von Nationalparken, Biosphärenreservaten oder Naturwaldzellen bzw. Bannwäldern werden damit im „Urwald vor den Toren der Stadt“ mittel- bzw. langfristig Ziele zur Steigerung der biologischen Vielfalt, zur Verbesserung der Luftreinhaltung und des Klimaschutzes verfolgt. Urwälder bzw. naturnahe Wälder leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag, insbesondere in Mitteleuropa mit seinen (stark) genutzten oder anthropogen überformten Waldgebieten.
Weitere Renaturierungsmaßnahmen mit dem Ziel, den Prozess der Dynamik hin zu einer möglichst großen Naturnähe massiv oder gar mit schwerer Technik zu beschleunigen, wie dies z. B. in Hochmoorstandorten der Kernzonen des niedersächsischen Nationalparks Harz erfolgt, sind nicht vorgesehen wohl aber eine systematische wissenschaftliche und langfristig, also weit über die DBU-Förderzeit hinaus, angelegte Dokumentation der Transformationsprozesse im Urwald vor den Toren der Stadt.
Die künftige Umweltrelevanz dieses Projektes wird sich jedoch ganz entscheidend in der Auswirkung auf die Bevölkerung, ihr Wissen über und Einstellungen zu Natur sowie ihr Verhalten in der Natur manifestieren. Während zahlreiche Vorhaben, die der Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung im Themenbereich Wildnis gewidmet sind, eher traditionelle Wege der Ökopädagogik beschreiten, soll im vorliegenden Projekt eine kreative Form der Kommunikation gefunden werden, die die Menschen in der Region zusammenbringt und sie zu aktiver Mitwirkung bei Gestaltung, Forschen und Erleben im Urwaldgebiet motiviert. Die Wildnisakademie stellt die Plattform dieser Interaktion dar zwischen Anwohnern, Forschern, Förstern, Künstlern, Naturschützern, Planern, Städtern, Wanderern und Bürgern.
Die umweltethische Diskussion mit der zentralen Frage „Warum Wildnis?“, aber auch die Erlebnisdimension sollen den Rahmen schaffen, um den Menschen in der (Stadt)Region eine kreative und spannende Auseinandersetzung mit Natur zu ermöglichen. Dass biologische Vielfalt bei näherem Betrachten auch einen besonderen optisch-ästhetisch Reiz beinhaltet, hat ZABRINSKY (2002) überzeugend beschrieben.
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